FAQ

Hier beantworten wir häufig gestellte Fragen zur Weiterbildung in der Allgemeinmedizin.

Die hier aufgelisteten FAQ´s beziehen sich auf die neue Weiterbildungsordnung (WBO) der Landesärztekammer BW vom 1.7.2020.

Ein Wechsel auf die neue Weiterbildungsordnung ist möglich.
Bitte beachten Sie dabei, dass sich im Weiterbildungsgang Allgemeinmedizin in der neuen WBO 2020 im Vergleich zur alten WBO Änderungen ergeben haben.
Die Weiterbildungszeit ist in der WBO 2020 anders strukturiert.
Es muss insgesamt ein Wechsel in drei Fachgebieten nachgewiesen werden können.

Die Weiterbildungszeit in der Allgemeinmedizin beträgt 60 Monate unter Befugnis an Weiterbildungsstätten, davon

  • müssen 24 Monate in Allgemeinmedizin in der ambulanten hausärztlichen Versorgung abgeleistet werden; eine Weiterbildung bei einer/einem hausärztlich tätigen Internisten/Internistin, die/der für die ambulante hausärztliche Versorgung im Gebiet Allgemeinmedizin befugt ist, kann angerechnet werden
  • müssen 12 Monate im Gebiet Innere Medizin in der stationären Akutversorgung abgeleistet werden
  • müssen 6 Monate in mindestens einem anderen Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung abgeleistet werden
  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 18 Monate Weiterbildung in Gebieten der unmmittelbaren Patientenversorgung erfolgten
  • 80 Stunden Kurs-Weiterbildung in Psychosomatischer Grundversorgung.

Bitte beachten Sie weiterhin, dass Weiterbildungsabschnitte mindestens drei Monate umfassen müssen. Der 80stündige Kurs Psychosomatische Grundversorgung ist nach alter und neuer Weiterbildungsordnung obligat.

Die gesamte Formulierung für die Allgemeinmedizin finden Sie hier.

Beim Wechsel in die neue Weiterbildungsordnung gilt es zu beachten, dass Weiterbildungsinhalte gem. der WBO 2020 nachzuweisen sind und ein Logbuch auf der Basis der WBO 2020 zu führen ist.

Die Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte nach der WBO 2020 muss kontinuierlich im eLogbuch dokumentiert werden, sobald die Landesärztekammer eine elektronische Version zur Verfügung gestellt hat. Das eLogbuch wird in Baden-Württemberg zum 01.01.2021 in Betrieb gehen. Der Zugang zum eLogbuch erfolgt über das Portal auf der Homepage der Landesärztekammer. Weitere Informationen hierzu werden rechtzeitig vorab auf der Homepage der Landesärztekammer veröffentlicht. Bis dahin sind die Weiterbildungsinhalte, die nach der neuen WBO 2020 absolviert werden, in Papierform zu dokumentieren. PDF-Versionen der Logbücher sind auf der Homepage der Landesärztekammer eingestellt (https://www.aerztekammer-bw.de/10aerzte/30weiterbildung/08-wbo-2020/index.html).

 

 

 

 

 

Fallbeispiel:
Ich habe im Januar 2020 meine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in der Inneren Abteilung eines Kreiskrankenhauses begonnen. Ich arbeite dort derzeit 100 %, plane aber auf 75 % zu reduzieren, um parallel noch eine Weiterbildung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Ernährungsmedizin absolvieren zu können.
Kann ich meine Weiterbildung in Allgemeinmedizin noch nach der alten Weiterbildungsordnung (WBO 2006) abschließen?

Ja. Zum 1.7.2020 tritt in Baden-Württemberg eine neue Weiterbildungsordnung in Kraft.

Wer vor diesem Stichtag mit der Weiterbildung nach altem Recht begonnen hat, kann diese in einem Zeitraum von sieben Jahren, also bis zum 30.6.2027, nach altem Recht abschließen. Die entsprechende Übergangsregelung, § 20 Abs. 5 WBO gilt für den Erwerb von Facharztanerkennungen.

Wenn Sie in Teilzeit tätig sind, verlängert sich die Abschlussfrist noch entsprechend.

Dies sind nach § 2a Abs. 6 WBO 2020:

  • Allgemeinmedizin
  • Anästhesiologie
  • Arbeitsmedizin
  • Augenheilkunde
  • Chirurgie
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • Humangenetik
  • Innere Medizin
  • Kinder- und Jugendmedizin
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
  • Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
  • Neurochirurgie
  • Neurologie
  • Nuklearmedizin
  • Öffentliches Gesundheitswesen
  • Phoniatrie und Pädaudiologie
  • Physikalische und Rehabilitative Medizin
  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Radiologie
  • Strahlentherapie
  • Transfusionsmedizin
  • und Urologie.

Fallbeispiel:

Bekomme ich die Weiterbildungszeit in der Allgemeinmedizin in der ambulanten hausärztlichen Versorgung auch dann angerechnet, wenn ich eine Stelle bei einem hausärztlich tätigen Internisten annehme?

Ja.

Der Tätigkeitsabschnitt „24 Monate in Allgemeinmedizin in der ambulanten hausärztlichen Versorgung“ kann auch bei einem hausärztlich tätigen Internisten, der eine Weiterbildungsbefugnis für die ambulante hausärztliche Versorgung besitzt, absolviert und als Weiterbildung für diesen Abschnitt angerechnet werden.

Ja. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sowie der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) haben im Einvernehmen mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) und im Benehmen mit der Bundesärztekammer (BÄK) eine neue Vereinbarung zur Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin in der ambulanten und stationären Versorgung getroffen.

Die aktuelle Fassung finden Sie hier.

Die Vereinbarung zur Förderung der Weiterbildung gemäß § 75 a SGB V, sieht zum 1.7.2020 u.a. eine Anpassung der Förderbeträge vor.

Die Förderbeträge im ambulanten Bereich erhöhen sich ab dem 1.7.2020 für eine Vollzeitstelle von bisher 4800 €/Monat auf 5000 €/Monat.

Der Förderbetrag der Kostenträger beträgt je besetzter Stelle gemäß § 2 der genannten Vereinbarung für den stationären Bereich monatlich bis zum 30.6.2020 1.360 Euro und ab dem 1.7.2020 1.420 Euro im Gebiet der Inneren Medizin mit ihren Spezialisierungen und im Gebiet der Allgemeinmedizin. Dieser Betrag wird bis zum 30.6.2020 um 980 Euro, ab dem 1.7.2020 um1.020 Euro monatlich erhöht, während der Arzt/die Ärztin in Weiterbildung den stationären Teil der allgemein-medizinischen Weiterbildung in einem anderen Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung entsprechend der jeweiligen Weiterbildungsordnung ableistet.

Förderbetrag je besetzter Stelle im Gebiet Innere Medizin mit ihren Teilgebieten:1.420 €
Förderbetrag für den stationären Teil der Weiterbildung in einem anderen Gebiet der
unmittelbaren Patientenversorgung entsprechend der Weiterbildungsordnung:
2.440 €

Über die Förderung der allgemeinmedizinischen Weiterbildung in der vertragsärztlichen Versorgung entscheidet die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW).

Auf der Homepage der Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin (KoStA)  finden Sie detaillierte Informationen.

Auf der Homepage der KVBW finden Sie weitere Informationen.

Auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg ist der Download von folgenden Dokumenten möglich:

  • Antrag auf Genehmigung zur Beschäftigung eines Arztes in Weiterbildung
  • Antrag auf Förderung einer Weiterbildung in der Allgemeinmedizin
  • Erklärung des Weiterbildenden für die Förderung einer Weiterbildung
  • Erklärung des Arztes in Weiterbildung für die Förderung einer Weiterbildung
  • Datenschutzerklärung des Weiterbildenden
  • Datenschutzerklärung des Arztes in Weiterbildung

Die Förderhöhe beträgt in Abhängigkeit des Umfangs der Weiterbildungsstelle:

         100% =  5.000,-- €
           75% =  3.750,-- €
           50% =  2.500,-- €

Die als Gehaltszuschuss bestimmten Fördergelder werden an die zuständigen Weiterbilder, das heißt an den Krankenhausträger oder an den niedergelassenen Arzt, ausbezahlt. Dieser entlohnt seinerseits den Weiterbildungsassistenten.

Ja.

Während die WBO 2006 Richtzahlen für die Langzeit-EKG´s, Langzeitblutdruckmessung und Ultraschalluntersuchungen in den Richtlinien für den Inhalt der Weiterbildung der Basisweiterbildung im Gebiet Innere Medizin vorgegeben hat, verzichtet die WBO 2020 hierauf.

Durch die Dokumentation des Weiterbildungsfortschritts im eLogbuch muss der Weiterbilder den Lernfortschritt, der dort in Stufen eingeteilt ist, bestätigen.

Mit der ersten Stufe weist der Arzt in Weiterbildung nach, dass er Weiterbildungsinhalte nennen und beschreiben kann.
In der zweiten Stufe kann der Arzt in Weiterbildung Weiterbildungsinhalte systematisch einordnen und erklären.
Die dritte Stufe beinhaltet, dass der Arzt in Weiterbildung Weiterbildungsinhalte unter Anleitung durchführen kann und in der vierten Stufe ist der Weiterbildungsassistent in der Lage den Weiterbildungsinhalt selbständig durchzuführen.

Zu beachten ist darüber hinaus, dass das Erbringen und Abrechnen bestimmter Untersuchungsmethoden im vertragsärztlichen Bereich der Genehmigung bedarf. Es empfiehlt sich daher, neben der kompetenzbasierten Dokumentation auch eine quantitative Dokumentation, z.B. in Bezug auf die durchgeführten Sonographieuntersuchungen zu führen, damit die Untersuchungszahlen, die während der Weiterbildung absolviert wurden, bei einer späteren Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung Berücksichtigung finden können. Informationen finden Sie hier auf der Homepage der KVBW.

Dies ist in der Tat derzeit nicht transparent ausgewiesen. Die Ärztekammer plant, die Weiterbildungsbefugnisse nach neuer Weiterbildungsordnung nach Zeiten und Inhalten zu erteilen und auch entsprechend auszuweisen. Damit wird es zukünftig leichter möglich sein, eine Weiterbildungsstätte zu finden, wo ggf. noch fehlende Weiterbildungsinhalte erworben werden können.

Die Überführung bestehender Weiterbildungsbefugnisse auf die neue Weiterbildungsordnung folgt auf Antrag sukzessive innerhalb der nächsten drei Jahre. Bis dieser Prozess abgeschlossen ist, bleibt nur die gezielte Nachfrage beim potenziellen Weiterbilder.

Hilfreich kann ggf. auch eine Vermittlung durch die KoStA, www.allgemeinmedizin-bw.de oder das KWBW, www.weiterbildung-allgemeinmedizin.de oder eine Rückfrage bei Ihrer zuständigen Bezirksärztekammer sein.

Falls es sich um eine Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung handelt, können sogenannten „Quereinsteigern“ ihre bisher absolvierten Weiterbildungszeiten und -inhalte als „abweichender gleichwertiger Weiterbildungsgang“ im Rahmen einer Einzelfallentscheidung weitgehend anerkannt werden.

Ja, alle Ärztinnen und Ärzte, die sich in der Weiterbildung Allgemeinmedizin befinden, können an speziellen Schulungsprogrammen teilnehmen. Schulungsprogramme werden von den einzelnen Bezirksärztekammern und der Verbundweiterbildungplus des Kompetenzzentrums Weiterbildung Baden-Württemberg angeboten.

Ja, das Förderprogramm Allgemeinmedizin gilt für sog. Quereinsteiger, die die Facharztanerkennung in der Allgemeinmedizin erwerben möchten. Eine Bescheinigung stellt die zuständige Bezirksärztekammer aus.

Weitere Details zum Quereinstieg Allgemeinmedizin finden Sie hier.

Das Förderprogramm gilt nicht nur für Weiterbildungsstellen in Krankenhäusern, sondern auch für Weiterbildungsstellen in Rehabilitationseinrichtungen. Voraussetzung ist, dass diese durch einen Versorgungsvertrag mit den Krankenkassen zur Erbringung von Rehabilitationsleistungen für gesetzlich Versicherte zugelassen sind (§ 111 SGB V). Der Förderantrag ist für eine Weiterbildungsstelle wie im Krankenhaus zu stellen. Bei der erstmaligen Beantragung einer Förderstelle sollte die Rehabilitationseinrichtung dem Antrag eine Kopie ihres Versorgungsvertrags beilegen.

Die Förderung wird nicht vom Arzt in Weiterbildung, sondern vom Krankenhaus beantragt. Antragsstelle ist die Deutsche Krankenhausgesellschaft und nicht die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft.

Voraussetzung für die Förderung ist, dass eine Weiterbildungsstelle für einen anderen Fachbereich als Weiterbildungsstelle für die Allgemeinmedizin genutzt wird. Das Krankenhaus kann nicht eine Weiterbildungsstelle auf „Vorrat“ fördern lassen, sondern muss den Förderantrag für einen konkreten Stellenbewerber stellen.
Das Krankenhaus muss für die Antragstellung das hierfür bereitgestellte Formular nutzen. Das Formular sowie Hinweise zur Antragstellung finden sich bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Der Stellenbewerber ist auch an der Antragstellung beteiligt.
Er muss für einen vollständigen Antrag des Krankenhauses zwei Formulare unterschreiben:

  • Erklärung, den geförderten Weiterbildungsabschnitt für die Weiterbildung Allgemeinmedizin zu nutzen, und zum geplanten Weiterbildungsverlauf
  • Datenschutzrechtliche Einwilligungserklärung

Die Zahl der geförderten Stellen ist kontingentiert. Das Kontingent wurde aber noch nie voll ausgeschöpft, so dass bislang bei Vorliegen der Voraussetzungen für eine Förderung jede beantragte Stelle auch tatsächlich gefördert werden konnte.

Die Fördermittel werden im Krankenhaus - anders als im niedergelassenen Bereich - nicht monatlich ausgezahlt, sondern nachträglich am Ende des Weiterbildungsabschnittes. Bei längeren Weiterbildungsabschnitten steht dem Krankenhaus die Möglichkeit offen, eine kalenderjährliche Auszahlung für Teilabschnitte zu fördern.

Die Förderbeträge sind vom Krankenhaus bis zum 30. Juni des Folgejahres bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft zu beantragen. Hierfür sind folgende Nachweise erforderlich:

  • Der Weiterbilder muss ein Endzeugnis oder ein Zwischenzeugnis zum Jahreswechsel ausstellen. Das Zeugnis ist bei der zuständigen Bezirksärztekammer einzureichen.
  • Die zuständige Bezirksärztekammer muss eine Bescheinigung ausstellen, mit der sie die Anrechnungsfähigkeit der abgeleisteten Weiterbildungszeit bestätigt.
  • Das Krankenhaus muss eine Nachweiserklärung zu dem absolvierten Weiterbildungsabschnitt abgeben und der Deutschen Krankenhausgesellschaft zu übermitteln. Hierzu muss folgendes Formular verwendet werden. Der Nachweiserklärung muss eine Kopie der Bescheinigung der Bezirksärztekammer beigelegt werden. 

Die DKG beantragt ihrerseits nach Eingang der Förderanträge aller Krankenhäuser die Fördergelder bei den Krankenkassen. Die Fördergelder werden von der DKG nur einmal jährlich ausgezahlt und zwar gegen Ende des Kalenderjahrs.

Das Förderprogramm für die Weiterbildung besteht zwischenzeitlich seit über 10 Jahren. Die meisten Krankenhausverwaltungen sind über das Förderprogramm informiert. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Leitenden Ärzte, die das Vorstellungsgespräch führen, nicht immer wissen, dass die Besetzung der Stelle durch einen Arzt in Weiterbildung für die Allgemeinmedizin finanziell gefördert wird. Es kann daher nicht schaden, wenn der Arzt in Weiterbildung bei seiner Bewerbung hierauf nochmals hinweist.