Allgemeine Rahmenbedingungen

Bis zum Jahre 2020 steigt der Bevölkerungsanteil der über 65-Jährigen (plus 37 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000) bzw. der über 80-Jährigen (Steigerung plus 97 Prozent) deutlich.
Bis zum Jahre 2050 erhöht er sich noch weiter.

Höhere Geburtenraten oder ein verstärkter Migrationsüberschuss haben auf diese Entwicklung bis zum Jahre 2020 keinen mindernden Einfluss.
Erfahrungsgemäß sind Menschen über 65 bzw. über 80 die Patientengruppe mit den höchsten Kontaktzahlen in der hausärztlichen Versorgung. Hinzu kommt, dass der hausärztliche Betreuungsbedarf von chronisch Kranken auch von deren persönlichem Umfeld abhängt. Wenn die Unterstützungsmöglichkeiten innerhalb des Familienverbandes schwinden, ablesbar an der steigenden Anzahl von Singlehaushalten, erhöhen sich die Erwartungen an die Primärversorgung.

Die demographischen und gesellschaftlichen Veränderungen sowie die weitere Morbiditätsentwicklung werden im Jahr 2020 zu um mindestens 20 Prozent erhöhten Anforderungen an die Primärversorgung führen (Vergleichsjahr 2000).

Um das heutige Niveau der hausärztlichen Versorgung aufrecht zu halten, fehlen in 10 bis 15 Jahren bis zu 15.000 Hausärztinnen in Deutschland.

(Quelle: "Konzept der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in Deutschland. Die Primärversorgung in Deutschland im Jahr 2020.", 2007)